Die neue elektronische Patientenakte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will am 1.1. 2021 die neue elektronische Patientenakte einführen. Sie gilt nur für Gesetzlich Versicherte und soll den Austausch der Ärzte untereinander vereinfachen. Sie soll Mehrfachuntersuchungen vermeiden helfen, weil jeder Arzt alle bereits bestehenden Diagnosen einsehen kann. Die Patient*innen sollen Zugriff auf ihre elektronische Patientenakte bekommen.

Wer von den niedergelassenen Ärzten sie nicht einführt, muss Strafe zahlen.

Viele Ärzte und Fachorganisationen hatten eine Petition gegen die elektronische Patientenakte eingereicht, weil sie sie für unnötig, unnötig teuer und datenschutzmäßig für zu ungesichert halten.

Viele psychisch Kranke haben diese Petition mit unterschrieben, auch Mitglieder der Pandora. Es gab am 15. Juni 2020 eine öffentliche Anhörung vor dem Petitionsausschuss.

Jetzt hat der Datenschutzbeauftragte des Bundesregierung Prof. Ulrich Kelber die gesetzlichen Krankenkassen vor der elektronische Patientenakte gewarnt: Sie verstößt seiner Meinung nach teilweise gegen europäisches Datenschutzrecht. Falls die Kassen diese Warnungen nicht beachten, will er ggf. Anweisungen erlassen.

Das Bundesministerium für Gesundheit wies die Bedenken zurück.

In der jetzt geplanten Form haben Patient*innen nur die Möglichkeit, im „Alles-oder-nichts-Prinzip“ davon Gebrauch zu machen: Alle ihre Diagnosen und Behandlungen könnten dann von jedem ihrer Ärzte eingesehen werden. Das bedeutet, dass ihr Orthopäde oder ihr Zahnarzt alle Diagnosen, auch die psychiatrischen, einsehen kann – einschließlich aller Fehldiagnosen, die viel schwerer als vorher zu entfernen sein werden. Und leider haben viele Fachärzte immer noch Vorurteile gegen psychisch kranke Menschen!

Was können Patient*innen tun?

Die elektronische Patientenakte ist freiwillig.

Einfach NICHT annehmen, NICHT zustimmen, NEIN sagen!!!

(Und sich informieren, z.B. hier)

++++Veränderung der Angebote++++

Aufgrund der aktuellen Situation verändert sich das Angebot von Pandora ständig.

Nach Möglichkeit wird  die telefonische Beratung donnerstags von 13 bis 17 Uhr sowie tel. Sprechzeiten montags und freitags zwischen 10 und 12 Uhr auf jeden Fall durchgehend angeboten. Per Email sind wir weiterhin wie gewohnt erreichbar.

Die Psychosegruppe findet nach wie vor als Telefonkonferenz statt.

Alles andere bleibt leider sehr dynamisch und unterliegt dem aktuellen Infektionsgeschehen und den damit verbundenen aktuellen Vorgaben der zuständigen Stellen.