Die Veranstaltung findet am Mittwoch, den 21. Oktober 2026 ab 16:00 Uhr (Beginn ist 16:30 Uhr) im Nachbarschaftshaus Gostenhof (Adam-Klein-Str. 6, 90429 Nürnberg) statt.

Letztes Jahr haben wir im Rahmen des 50. Jubiläums der Psychiatrie-Enquête auf ihre Entstehungsgeschichte, die damaligen Missstände sowie die Reformforderungen und Veränderungen geblickt. Dabei wurde deutlich, welche historischen Weichenstellungen sie angestoßen hat – und zugleich, dass viele ihrer Ziele bis heute nicht vollständig erreicht sind. Trotz wichtiger Reformimpulse bestehen weiterhin strukturelle Probleme wie eine unzureichend ausgebaute gemeindenahe Versorgung, fortbestehende Zwangsmaßnahmen, Machtungleichgewichte sowie ökonomischer Druck im Versorgungssystem. Dadurch bleibt die Idee einer wirklich selbstbestimmten und an den Bedürfnissen von Betroffenen orientierten Psychiatrie vielerorts hinter ihrem Anspruch zurück.

Als Selbsthilfeverein verfolgen wir die aktuellen Entwicklungen in der psychiatrischen Versorgung aufmerksam. Wir sehen mit Sorge Kürzungen im sozialen Bereich, die die Versorgung psychisch erkrankter Menschen weiter unter Druck setzen, sowie eine zunehmende Stigmatisierung in medialen und gesellschaftlichen Debatten. Fragen nach menschenwürdiger Behandlung, Teilhabe und einer echten Recovery-Perspektive bleiben daher weiterhin aktuell.

Mit unserer diesjährigen Veranstaltung unter dem Titel „51 Jahre Psychiatrie-Enquête“ möchten wir daran anknüpfen und den Blick weiterführen: hin zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem gegenwärtigen Versorgungssystem und den noch offenen Reformbedarfen sowie zu Zukunftsperspektiven einer gemeindenahen und an den Bedürfnissen von Betroffenen orientierten Psychiatrie. Das Jubiläum verstehen wir dabei nicht als abgeschlossenen Festakt, sondern als Mahnmal und Auftrag: Es ist noch viel zu tun!

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